DEGEMED Kampagne "Eine Milliarde MEHR!" gestartet
Aktiv gegen den "Deckel"
Berlin. Am 13. September 1996, dem »schwarzen Freitag der Rehabilitation«, verabschiedete der Deutsche Bundestag das Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetz. Es fuhr die Ausgaben für die Rehabilitation innerhalb eines Jahres um rund zwei Milliarden DM zurück. In der GKV wurden parallel mit dem Beitragsentlastungsgesetz weitere rund 860 Millionen DM eingespart. Und ergänzend legte der Gesetzgeber eine Obergrenze des Reha-Budgets der Rentenkassen fest – den sogenannten »Reha-Deckel« . Er bestimmt, dass die Rehabilitationsausgaben jährlich entsprechend der Entwicklung der Bruttolohn- und -gehaltssumme der Arbeitnehmer angepasst werden.
Dass dieser Deckel bis heute hält, überrascht selbst Experten. Denn der Bedarf an Reha-Maßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung wächst stetig. Das zeigen sowohl die abgeschlossenen »Leistungen zur Teilhabe« als auch die Antragszahlen.Kein kurzfristiger Boom, sondern angesichts des demografischen Wandels ein langfristiger Trend. Denn die Zahl der älteren und damit rehabedürftigen Menschen steigt gravierend. Gleichzeitig nimmt seit zehn Jahren die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stetig ab. Die Medizinische Rehabilitation kann hier wirksam helfen.Das Problem: Für diese Aufgabe ist »dank« des Reha-Deckels kein Geld da. Schon jetzt kämpfen viele Reha-Kliniken um jeden Cent Vergütung und arbeiten wirtschaftlich an der Existenzgrenze.
Aktion verleiht Forderung Nachdruck
Eine bessere Finanzierung der Rehabilitation ist das Gebot der Stunde. Sie ist sinnvoll und machbar. Um dieser Forderung mehr Nachdruck zu verleihen, hat die DEGEMED Anfang Dezember die Kampagne »Eine Milliarde MEHR!” gestartet. Sie fordert von Bundesregierung und Sozialpartnern konkret eine zusätzliche Milliarde Euro, um die Auswirkungen des demografischen Wandels und der Anhebung des Renteneintrittalters sofort spürbar zu mildern. Eine nur moderate Anhebung des Reha-Budgets der Rentenversicherung, wie sie im Rentendialog der Bundesregierung in den vergangenen Wochen diskutiert wurde, reicht dazu erkennbar nicht aus.
Die DEGEMED ruft daher alle Akteure der Rehabilitation auf, sich an der Aktion zu beteiligen und sich im Internet unter www.eine-milliarde-mehr.de als Unterstützer einzutragen.
Service
Mehr dazu lesen Sie hier im aktuellen DEGEMED Newsletter 38 (PDF).
Die Aktionsseite der DEGEMED finden Sie unter www.eine-milliarde-mehr.de . Dort können Sie sich als Unterstützer eintragen.
