Rehabilitation in Deutschland – beispielgebend für Europa

 

Deutschland verfügt über ein europaweit einzigartiges und beispielhaftes Netz von Kliniken und Einrichtungen der Rehabilitation mit großem Know-how und hohen Qualitätsstandards. In 1.153 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit insgesamt 164.678 Betten werden Jahr für Jahr rund zwei Millionen Patienten behandelt. Allein die über 100 stationären und ambulanten Mitgliedskliniken der DEGEMED sichern jedes Jahr mit 20.000 qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern die fachlich fundierte Behandlung von 250.000 Patienten.

Rehabilitationseinrichtungen müssen sämtliche Kosten aus dem Vergütungssatz refinanzieren. Nur wenn auch – neben den Personal- und Sachkosten – die Investitionen in den Erhalt, die Entwicklung und die Modernisierung der Strukturen Berücksichtigung finden, können die Rehabilitationskliniken langfristig ihre Aufgaben erfüllen. Das von der Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX (AG MedReha SGB IX) jährlich in Auftrag gegebene aktiva-Gutachten zeigt, dass der Investitionsbedarf in den Rehabilitationskliniken in den nächsten fünf Jahren sehr hoch, die Finanzierung hingegen nicht gesichert ist. Es bedarf deshalb leistungsgerechter Vergütungssätze.

Den Stellenwert der medizinischen Rehabilitation in Deutschland unterstreicht auch das Gutachten des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen von 2015 (S. 73 ff.)

 

Rehabilitation ist wesentlicher Wirtschaftsfaktor

 

Die Rehabilitation ist ein starker Wirtschaftsmotor. Ihre Kliniken und Einrichtungen bieten in vielen – auch strukturschwachen – Regionen Deutschlands hochqualifizierte Arbeitsplätze und vergeben Aufträge in Millionenhöhe an die lokale Wirtschaft. Im Jahr 2014 arbeiteten in Deutschland 118.496 Menschen in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, davon 89 521 Vollzeitkräfte. Damit erfüllt die Rehabilitation weit mehr als einen sozialen Auftrag. Sie ist nicht nur ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems in Deutschland, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

Weitere Informationen finden Sie hier: Grunddaten der Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen – Fachserie 12 Reihe 6.1.2 – 2014 – www.destatis.de

 

Medizinische Rehabilitation rechnet sich

 

Erstmals ist es 2009 mit einer Untersuchung gelungen, den volkswirtschaftlichen Beitrag der medizinischen Rehabilitation genauer zu beziffern. Gemäß der Studie ergeben gewonnene Berufstätigkeitsjahre und reduzierte Arbeitsunfähigkeitstage im Untersuchungsjahr einen Netto-Effekt von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 5,8 Milliarden Euro. Dem stehen nur rund 1,1 Milliarden Euro an Ausgaben für die medizinische Rehabilitation gegenüber. Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Gesellschaft damit schon heute fünf Euro zurück.

Die Studie können Sie sich hier in der vollständigen Lang- und Kurzfassung als PDF-Datei herunterladen:

prognos-studie medizinische rehabilitation_langfassung

prognos-studie medizinische rehabilitation_kurzfassung