Die DEGEMED kritisiert den von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veröffentlichten Vorschlag  „perspektivisch auch die Rehabilitation mit der Krankenhausversorgung zu planen“. „Damit wird die Eigenständigkeit medizinischer Rehabilitation gefährdet“, sagt DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. „Die aktuell sehr effizient organisierten Reha-Strukturen würden aufgeweicht und schrittweise durch ‚rehabilitative‘ Krankenhausbehandlung verdrängt. Viel wichtiger ist es aus unserer Sicht, die leistungsfähige Reha-Infrastruktur in Deutschland zu erhalten und eigenständig weiter zu entwickeln.“

Die FES stellt in ihrem heute veröffentlichten Positionspapier „PATIENT FIRST! – Für eine patientengerechte sektorenübergreifende Versorgung im deutschen Gesundheitswesen“ die Patientenorientierung ins Zentrum ihrer Überlegungen.

Nach Auffassung der FES sollen alle Akteure im Gesundheitswesen ihre Leistungen am Wohl des Patienten ausrichten. Die Vielzahl der Beteiligten mache die Abstimmung und Koordination in diesem Bereich besonders anspruchsvoll. Bei spezialisierten Leistungen wie der medizinischen Rehabilitation sei das besonders gut zu sehen. Sie seien immer in eine Behandlungskette eingebettet. Der politische und gesetzliche Rahmen müsse daher laut FES die Kommunikation erleichtern: ohne zusätzliche Bürokratie.

„Hierzu liefert das Positionspapier gute Ansätze“, stellt Lawall fest. „Positiv ist auch, dass das Papier die Bedeutung der Schnittstelle zwischen Krankenhaus und medizinischer Rehabilitation ausdrücklich hervorhebt. Die Schlussfolgerungen zur medizinischen Rehabilitation gehen aber in die falsche Richtung.“

Die DEGEMED setzt sich seit 1997 als indikationsübergreifender Spitzenverband für die konsequente Weiterentwicklung der qualitätsorientierten medizinischen Rehabilitation ein. Sie vertritt stationäre und ambulante Reha-Einrichtungen mit öffentlichem, privatem und frei-gemeinnützigem Hintergrund.

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