Qualitätsmanagement und
Zertifizierung nach DEGEMED®
Die DEGEMED hat 1997 ein eigenständiges Zertifizierungsverfahren für Rehabilitationskliniken auf Basis der DIN EN ISO 9001entwickelt. Es wurde den Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2008 an eine Prozessorientierung angepasst.
Im Mittelpunkt der DEGEMED-Zertifizierung steht die Bewertung der Gesamtorganisation, also eine genaue Betrachtung und Bewertung der funktionalen Vernetzung allgemeiner und klinikspezifischer Qualitätsmanagement(QM)-Anforderungen. Dabei geht es nicht um kurzfristige Erfolge – das DEGEMED-Zertifizierungsverfahren ist ein lernendes Verfahren, fördert und fordert ganz bewusst einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Es zeichnet sich aus durch
- hohe Rehabilitationsspezifität,
- konzeptgestützte Therapie und Definition der Basisziele,
- Einführung einer Basisdokumentation,
- systematische Messung von Ergebnisparametern,
- Transparenz in der Qualitätsmanagement-Darlegung,
- Kompatibilität mit externen Qualitätssicherungsprogrammen.
Das Verfahren besteht aus vier Elementen:
- den DIN EN ISO 9001-Normen und ausgewählten Kategorien der European Foundation for Quality Management (EFQM),
- den Qualitätsgrundsätzen der DEGEMED, eingearbeitet in die einzelnen Regeln der DIN EN ISO bzw. ihnen zugeordnet sowie
- den von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) gem. § 20 Abs. 2a Sozialgesetzbuch IX festgelegten Anforderungen an ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem und
- den Anforderungen der Leistungsträger an die Qualität der Rehabilitation.
Indikationsspezifische Erweiterungen
Gemeinsam mit Experten des Qualitätsmanagements aus den Mitgliedskliniken der DEGEMED wurde die Basis-Checkliste des Zertifizierungsverfahrens um indikationsspezifische Module ergänzt. Sie beinhalten jeweils zwischen 24 und 33 zusätzliche Kriterien und liegen mittlerweile für die Bereiche Kardiologie, Orthopädie, Neurologie, Psychosomatik, Onkologie und Abhängigkeitserkrankungen vor. Letztere wurde gemeinsam mit dem Fachverband Sucht e.V. entwickelt.Seit 2006/2007 konnte das DEGEMED-Verfahren auch auf ambulante Reha-Einrichtungen erweitert werden.
Um die reha-spezifischen Grundsätze einzuhalten und weiterzuentwickeln, gründeten die DEGEMED gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) das Institut für Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der Medizinischen Rehabilitation (IQEM).
Verband unterstützt und begleitet die Umsetzung
Die DEGEMED unterstützt und begleitet auf Wunsch den Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems. Eine Mitgliedschaft im Verband ist nicht erforderlich. Allerdings wird von Nicht-Mitgliedern, die sich nach DEGEMED zertifizieren lassen wollen, für die laufende Zertifizierungsperiode von drei Jahren eine Abgeltungsgebühr in Höhe von 1.000 Euro erhoben. Für DEGEMED-Mitglieder gelten Sonder-Konditionen.
In einem internen Voraudit wird anhand der Basis-Checkliste die Grundlage für das eigentliche Zertifizierungsverfahren geschaffen. Die Zusammenarbeit mit akkreditierten Zertifizierungsgesellschaften gewährleistet hohe Fachkompetenz von prüfenden unabhängigen Auditoren und einen wirtschaftlich vertretbaren Aufwand für die zertifizierungswillige Klinik bzw. Einrichtung.
Nach dem Vertragsabschluss fordert das Zertifizierungsunternehmen u. a. die qualitätsbezogene Dokumentation und das Qualitätsmanagement-Handbuch zur Prüfung an. Ergibt die Prüfung keine wesentlichen Defizite, wird ein Termin für das externe Audit vereinbart, das ein bis zwei Tage in Anspruch nimmt, bei größeren Kliniken auch mehr. Werden Abweichungen festgestellt, müssen diese innerhalb von drei Monaten korrigiert und entsprechende Korrektur-Maßnahmen nachgewiesen werden. Eventuell findet ein Nachaudit statt. Jährliche stichprobenartige Überwachungs-Audits garantieren die Weiterentwicklung des QM-Systems. Ein Überwachungs-Audit zur Re-Zertifizierung ist jeweils nach drei Jahren vorgesehen. Die DEGEMED stellt sicher, dass überall gleiche Bewertungskriterien angewandt werden.
Zertifizierung ist ZugangsvoraussetzungBislang hat sich die überwiegende Zahl aller zertifizierten Reha-Einrichtungen in Deutschland am DEGEMED-Verfahren orientiert. Auf diese Weise konnten sie externe Qualitätssicherungsmaßnahmen der Leistungsträger unproblematisch mit ihrem internen Qualitätsmanagement verbinden, interdisziplinäres und interprofessionelles Arbeiten verbessern und ihre Leistungen nachvollziehbar darlegen. So verhilft das DEGEMED-Verfahren zu einer reproduzierbaren Therapiequalität und zu einem transparenten Therapieprozess.
Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes 2007 ist die Zertifizierung stationärer Reha-Einrichtungen zum Marktzulassungskriterium geworden. Vertragsverhältnisse mit nicht-zertifizierten Kliniken und die Kostenübernahme von Maßnahmen nicht-zertifizierter Kliniken sind Reha-Trägern nicht gestattet. Ein Erfolg, an dem die DEGEMED mit ihrem Zertifizierungsverfahren maßgeblich beteiligt ist und eine starke Anerkennung für alle Kliniken, die in der Vergangenheit keine Mühen und Kosten gescheut haben, sich zertifizieren zu lassen.
Hier finden Sie nähere Informationen zu den Audit-Checklisten.
