DEGEMED/Fachverband Sucht-Verfahren

Die Qualität bestehender und zukünftiger Behandlungsangebote für Menschen mit substanz-bezogenen Störungen zu fördern, stellt eine der zentralen Aufgaben des Fachverbandes Sucht e. V. (FVS) dar. Neben Ansätzen der externen Qualitätssicherung durch die Leistungsträger gewinnen in den letzten Jahren zunehmend einrichtungsinterne Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren an Bedeutung. Diese werden auch vom Gesetzgeber z. B. im Rahmen des § 137d SGB V oder des § 20 SGB IX gefordert. Die Leistungserbringer werden darin verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement sicherzustellen, das durch zielgerichtete und systematische Verfahren und Maßnahmen die Qualität der Versorgung gewährleistet und kontinuierlich verbessert. Ferner müssen stationäre Rehabilitati-onseinrichtungen sich zertifizieren lassen.

Im Bereich der Medizinischen Rehabilitation war die DEGEMED der erste Verband, der frühzeitig - beginnend 1997 - ein richtlinienorientiertes Qualitätsmanagement, verbunden mit einem entsprechendem Zertifizierungsverfahren entwickelt hat. Der Fachverband Sucht e. V. hat daraufhin zusammen mit der DEGEMED suchtspezifische Audit-Checklisten für die Bereiche der stationären Entwöhnungsbehandlung, der ambulanten Entwöhnungsbehandlung sowie der soziotherapeutischen Einrichtungen erstellt.

Mit diesen indikationsspezifischen Adaptionen des ursprünglichen QM-Verfahrens soll die kontinuierliche Qualitätsentwicklung in den verschiedenen Einrichtungstypen und die transparente Darstellung entsprechender Leistungen gefördert werden. Das Zertifizierungsverfahren ist DIN-EN-ISO 9001 fundiert und enthält Aspekte des EFQM-Modells. Darüber hinaus sind reha- und suchtspezifische Qualitätskriterien enthalten und bestehende Ansätze zur Qualitätssicherung in der medizinischen Rehabilitation (z. B. Qualitätssicherungsprogramm der Rentenversicherungsträger) in das Verfahren integriert.

Vom Selbstverständnis des Verfahrens geht es nicht vordringlich darum, ein Zertifikat zu erlangen, sondern auf der Basis des bereits erreichten weitere Reflektions- und Qualitätsentwicklungsprozesse anzustoßen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist eine hohe Motivation und die Bereitschaft der Leitung und Mitarbeiter sich auf diesen Prozess einzulassen. Bei der Entwicklung des Verfahrens wurde mit ausgewählten und kompetenten Zertifizierungsunternehmen zusammengearbeitet. Diese können auch das externe Audit durchführen und sind berechtigt - bei Erfüllen der entsprechenden Kriterien - Zertifikate zu erteilen. Hierbei handelt es sich um folgende Gesellschaften: EQZert, LGA InterCert, DIOcert.

Der FVS hat bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation beantragt, für das Zertifizierungsverfahren nach DEGEMED/FVS als herausgebende Stelle anerkannt zu werden.


Auditleitfaden: stationärer Bereich (Fachkliniken)
Der Auditleitfaden 3.0 für den Bereich "Abhängigkeitserkrankungen" (stationäre Einrichtungen) DEGEMED/FVS liegt in der 3. Auflage zum Jahresende 2009 vor. Die derzeit verfügbare Fassung kann als zum Preis von 12 € (zzgl. Porto) bezogen werden beim:

Fachverband Sucht e. V
Walramstraße 3
53175 Bonn
Tel.: 02 28/26 15 55
Fax: 02 28/21 58 85

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Internet:www.sucht.de

 


Weitere Auditleitfäden
Ferner wurden weitere Audit-Checklisten für ambulante Rehabilitationseinrichtungen und soziotherapeutische Einrichtungen entwickelt. Diese liegen als PDF-Dateien vor und können kostenlos herunter geladen werden:

 

Muster-Qualitätsbericht
Von einer Arbeitsgruppe der DEGEMED und des Fachverbandes Sucht e. V. wurde ein Muster-Qualitätsbericht für Kliniken der Rehabilitation erarbeitet. Dieser liegt nun in seiner endgültigen Version 3.0 vor und kann bei der DEGEMED angefordert werden.

Hier erhalten Sie eine Leseprobe des Musterqualitätsberichts als PDF.

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