Rehabilitation – eine tragende Säule
des deutschen Gesundheitssystems

Eine zunehmend bessere medizinische Versorgung und verbesserte materielle, psychische, soziale und ökonomische Voraussetzungen machen es möglich: Alte Menschen leben heute länger und sind weitaus gesünder als noch vor wenigen Generationen. Doch eine längere Lebens- und Lebensarbeitszeit bedingt auch eine Zunahme chronischer Erkrankungen und damit einen erhöhten Pflegebedarf einer Gesellschaft. Hinzu kommen die – in fortschrittlichen Industrienationen zunehmenden – so genannten zivilisationsbedingten Erkrankungen.

Schätzungen zu Folge leidet in Westeuropa rund die Hälfte der Bevölkerung an zumindest einer chronischen Erkrankung. Das Gesundheitssystem steht vor diesem Hintergrund großen Herausforderungen gegenüber, die die akut- und kurativmedizinische Versorgung nicht allein bewältigen kann. In Deutschland hat die Rehabilitation daher in den vergangenen Jahrzehnten einen hohen Stellenwert erlangt, als tragende, unverzichtbare Säule des Gesundheitssystems.

Vernetzt die Herausforderungen der Zukunft angehen

Die Rehabilitation ist für künftige Herausforderungen im Gesundheitsmarkt hervorragend aufgestellt. Denn Rehabilitation handelt nicht isoliert. Sie kooperiert mit Akutkrankenhäusern, mit niedergelassenen Ärzten, Arbeitgebern, Bildungseinrichtungen, sozialen Diensten, Betroffenenverbänden und Selbsthilfegruppen, um Schnittstellen zu überwinden. Die Rehabilitation ist in der Lage, Einrichtungen und Verfahren untereinander zu vernetzen, alle Kompetenzen zu bündeln und auf Veränderungen des Bedarfs der betroffenen Menschen flexibel zu reagieren. Ein immenser Vorteil, denn gerade chronisch kranke und behinderte Menschen brauchen eine oft lebenslange und Sektoren übergreifende, verschiedene Dienstleistungen vernetzende Betreuung.

Mehr als jeder andere Bereich im Gesundheitssystem berücksichtigt die Rehabilitation auch die Lebenswelt der Betroffenen. Sie fördert durch ihren ganzheitlichen und multiprofessionellen Behandlungsansatz die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Betroffenen zur Krankheits- und Lebensbewältigung und zum selbstbestimmten Umgang mit Krankheiten, trägt auf diese Weise zu einen nachhaltigen Wiedereinstieg in ein selbstbestimmtes Leben bei und ermöglicht so die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Der Gesetzgeber hat hier die Zeichen der Zeit erkannt und mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz 2007 Reha-Leistungen auch in der gesetzlichen Krankenversicherung zu Pflichtleistungen erklärt.

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