Forderungen der DEGEMED zur Bundestagswahl 2021

Medizinische Rehabilitation rettet Lebensläufe!

Verletzungen als Unfallfolgen, akute oder chronische Erkrankungen – wenn diese Fälle eintreten, sind Lebensplanungen bedroht. Medizinische Rehabilitation hilft in all diesen Fällen, die Folgen zu beheben oder die Menschen in die Lage zu versetzen, besser und langfristig die selbstbestimmte Teilhabe am Erwerbsleben und in der sozialen Gemeinschaft zu sichern.
 
In der Pandemie 2020/2021 hat die Rehabilitation darüber hinaus unter Beweis gestellt, dass sie systemrelevant ist. Reha-Kliniken konnten Akut-Kliniken bei der Behandlung von Patient_innen entlasten, weil sie hervorragende medizinische Versorgung leisten.
 
Die Rehabilitation sichert Erwerbsfähigkeit und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Eindämmung des Fachkräftemangels.
 
Darüber hinaus wird „Reha vor Pflege“ Angesichts der älterwerdenden Gesellschaft weiter an Bedeutung gewinnen, um den Menschen im Alter möglichst lange ein eigenständiges Leben zu sichern.
 
Die DEGEMED fordert daher die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien auf, alle Maßnahmen im Gesundheits- und Sozialbereich darauf auszurichten, Zugangs- und Wirkungsbarrieren für Menschen mit Rehabilitationsbedarf effektiv zu beseitigen, den Fortbestand der hoch entwickelten, qualitätsgesicherten und vielfältigen Leistungserbringerlandschaft zu gewährleisten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fair, leistungsgerecht und innovationsfreundlich zu gestalten.
 

Wir fordern:

1. RAHMENBEDINGUNGEN ZUKUNFTSFEST GESTALTEN – FINANZIERUNG SICHERN!

Die DEGEMED erwartet, dass die Bundespolitiker_innen die bedarfsgerechte Finanzierung der Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe durch die gesetzlichen Rehabilitationsträger im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) und der gesetzlichen Krankenversicherung (Krankenkassen) in den kommenden vier Jahren verlässlich sichern.
 

2. LONG-COVID BEWÄLTIGEN – PANDEMIESICHERHEIT DER MEDIZINISCHEN REHABILITATION HERSTELLEN!

Die Bewältigung der Pandemie hat das Gesundheitssystem insgesamt und die medizinische Rehabilitation an die Belastungsgrenze geführt. Deshalb müssen beide für zukünftige Pandemien besser aufgestellt sein. Dies ist eine der wichtigsten langfristigen Aufgaben der kommenden Bundesregierung. Kurzfristig muss jetzt sichergestellt werden, dass der steigende Reha-Bedarf von Menschen nach einer überstandenen COVID-19 Infektion (Long-COVID) gedeckt ist.
 

3. DIGITALISIERUNG VORANBRINGEN – TELEMATIKINFRASTRUKTUR AUSBAUEN!

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist für alle Leistungsanbieter gleichermaßen wichtig und eine finanzielle Herausforderung. Derzeit werden aber Akut-Kliniken finanziell eindeutig bessergestellt als Reha-Kliniken. Das muss sich ändern. Gleicher Finanzierungsbedarf erfordert die Herstellung gleicher finanzieller Rahmenbedingungen!
 

4. PATIENTENRECHTE ERNST NEHMEN – WUNSCH- UND WAHLRECHT STÄRKEN!

Seit einem Jahr können Vertragsärzt_innen Reha-Leistungen für geriatrische Patient_innen direkt verordnen. Der Weg der Direktverordnung erleichtert den Zugang zu Rehabilitation erheblich und sollte daher allen Patient_innen ermöglicht werden.
 

5. FACHKRÄFTE MOBILISIEREN – AUSBILDUNG STÄRKEN!

Der Fachkräftemangel bei Ärzt_innen, Therapeut_innen und Pflegekräften in der medizinischen Rehabilitation droht die qualitativ hochwertige Versorgung zu gefährden. Deshalb müssen der künftige Bundestag und die Bundesregierung deutlich mehr als bisher unternehmen, um den Fachkräftemangel in Reha-Einrichtungen zu beheben.
 

6. PRÄVENTIONSKULTUR ENTWICKELN – PRÄVENTIONSLEISTUNGEN VORANBRINGEN!

Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die Deutsche Rentenversicherung sind Träger von Präventionsleistungen und –angeboten. Diese Leistungen sollen den Grundsatz „Prävention vor Rehabilitation“ stärken. Nach Auffassung der DEGEMED sind die bestehenden Angebote aber nicht ausreichend, um dieses Ziel zu erreichen. Der Gesetzgeber muss die bestehenden Leistungen daher deutlich nachschärfen.
 

7. VIELFALT IM REHA-STANDORT SICHERN – REHA FÜR ALLE GEWÄHRLEISTEN!

Die deutsche Reha-Landschaft ist vielfältig und zeichnet sich durch eine ausgewogene Struktur von privaten, öffentlichen und freigemeinnützigen Leistungsanbietern in der medizinischen Rehabilitation aus. Die DEGEMED fordert daher die Bundespolitiker_innen auf, diese Vielfalt zu schützen und zu erhalten.
 

8. BETEILIGUNG AUF AUGENHÖHE – MEHR MITSPRACHE FÜR LEISTUNGSERBRINGER

Das bundesdeutsche Gesundheitssystem zeichnet sich durch starke Selbstverwaltungsorgane aus. Allerdings sind Reha-Leistungserbringer in keinem dieser Organe mit Stimmrecht vertreten. Deshalb fordert die DEGEMED zukünftig eine echte institutionelle Beteiligung der Reha-Leistungserbringer im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und in den anderen Versorgungsbereichen (DRV, Unfallversicherung).
 
 
 

Kontakt:

Vera Knieps
Referentin Politik

Tel.: 030 / 28 44 96-80
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